Land & Leute
Deutsche Botschaft
| The Embassy of Germany |
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No. 40, Alfred House Avenue, Opening Hours |
Landesstruktur

Fläche (in km²): 65610
Einwohner (in Tausend) (2002): 18968
Bevölkerungsdichte (Einwohner pro km²): 289
Bevölkerung: Srilanker - Zvorl. 2001: 16864544 Einw. - 81,9% Singhalesen, 8,0% Moors (Muslime), 5,1% Indien- oder Kandy-Tamilen, 4,4% Ceylon- oder Jaffna-Tamilen, 0,3%
Malaien, 0,2% Burghers (Nachkommen der Portugiesen und Niederländer)
Lebenserwartung in Jahren (2002): 74
Geburtenziffer (2002): 18
Kindersterblichkeit auf 1000 Lebendgeburten (2002): 19
Säuglingssterblichkeitsrate (in %) (2002): 16
Alphabetisierungsrate Frauen (über 15 Jahre; in %) (2002): 89,62
Alphabetisierungsrate Männer (über 15 Jahre; in %) (2002): 94,67
Amtssprachen: Singhalesisch, Tamil
Sprachen: Singhalesisch (Sinhala), Tamil, Englisch
Religionen: 76,7% Buddhisten (v.a. Singhalesen), 8,5% Muslime, 7,9% Hindus (v.a. Tamilen), 6,1% Katholiken
Hauptstadt: Colombo
Städte: Colombo [Hauptstadt] (Z 2001) 642163, Dehiwala-Mount Lavinia (Z 2001) 209787, Moratuwa (Z 2001) 177190, Jaffna (Z 2001) 145600, Negombo (Z 2001) 121933, Sri Jayawardenepura [Hauptstadt] (Z 2001) 115826, Kandy (Z 2001) 110049, Galle (Z 2001) 90934
Verwaltungsgliederung: 9 Provinzen
Staatsoberhaupt: Chandrika Bandaranaike Kumaratunga (SLFP-Vors.), seit 1994
Regierungschef: Mahinda Rajapakse (SLFP), seit 6.4.2004
Äußeres: Lakshman Kadirgamar (UNP), seit 10.4.2004
Wahlen: Wahlen vom 2.4.2004: United People's Freedom Alliance (Bündnis von Sri Lanka Freedom Party/SLFP, People's United Liberation Front/JVP und weiteren Linksparteien) 105 von 225 Sitzen (2001: 93), United National Party/UNP 82 (109), Tamil National Alliance/TNA 22 (15), National Heritage Party/JHU 9 (-), Sri Lanka Muslim Congress/SLMC 5 (5), Up-Country People's Front 1 (-), Eelam People's Democratic Party/EPDP 1 (2), Sonstige - (1)
Unabhängigkeitstag: 04.02.1948 (ehem. britische Kolonie; bis 1972 Ceylon)
Nationalfeiertag: 4.2.
Botschaften (D): Botschaft der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka, Niklasstr. 19, 14163 Berlin T 030/80 90 97 49, Fax 80 90 97 57 www.srilanka-botschaft.de
Botschaften (A): Botschaft der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka, Rainergasse 1/2/5, A-1040 Wien T 01/503 79 88, Fax 503 79 93 E-Mail: embassy.srilanka@utanet.at
Botschaften (CH): Gerneralkonsul der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka, Rue de Moillebeau 56, CH-1209 Genf, T 022/919 12 50, Fax 734 90 84 E-Mail: consulate.sri-lanka@ties.itu.int
Wirtschaft:
Bruttoinlandsprodukt (in Mio. US-$) (2002): 16567
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (in PPP-$) (2002): 3570
Landwirtschaft: Anteil am BIP (in %) (2002): 20,1
Industrie: Anteil am BIP (in %) (2002): 26,3
Dienstleistung: Anteil am BIP (in %) (2002): 53,6
Bruttoinlandsprodukt (realer jährlicher Zuwachs in %) (2002): 4
Inflationsrate (in %) (2002): 9,6
Auslandsverschuldung (in Mio. US-$) (2002): 9611
Arbeitslosigkeit (in % aller Erwerbspersonen) (2001): 8,2
Import von Gütern (in Mio. US-$) (2002): 6106
Importgüter: 33,7% Verbrauchsgüter, 18,1% Maschinen und Transportausrüstungen, 13,7% Erdöl und -produkte, 12,3% Konsumgüter (darunter 10,7% Nahrungsmittel), 4,9% chemische Erzeugnisse
Export von Gütern (in Mio. US-$) (2002): 4699
Exportgüter: 47,8% Textilien, Stoffe und Gewebe, 14,0% Tee, 4,6% Maschinen und Transportausrüstungen, 1,8% Edel- und Halbedelsteine, 1,6% Erdölprodukte
Anfang November 2003 trat Präsidentin Chandrika Bandaranaike Kumaratunga in einen Machtkampf mit der Regierung ein, um einen ihr zu weit gehenden Verhandlungskompromiss mit den Tamilen-Separatisten zu verhindern. Aus der Neuwahl des Parlaments im April 2004 ging das von ihr geführte links-nationale Lager mit einem Sieg hervor, sodass der 2002 begonnene Friedensprozess unter neuen Vorzeichen stand. Seit 1983 kämpft die hinduistische Tamilen-Guerillabewegung Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gegen die von buddhistischen Singhalesen dominierte Zentralregierung, um einen eigenen Staat im Nordosten des Landes zu errichten. In dem Bürgerkrieg starben mehr als 65 000 Menschen, 11 000 Menschen werden vermisst.
Der Streit in der Doppelspitze des Staates – Präsidentin Kumaratunga und Premierminister Ranil Wickremasinghe mussten als Führer ihrer polarisierten politischen Lager nach der Parlamentswahl 2001 eine konfliktreiche Kohabitation eingehen – eskalierte, nachdem die LTTE am 31.10.2003 ihren ersten schriftlichen Vorschlag zur politischen Lösung der Tamilenfrage vorgelegt hatte. In ihm rückte sie von ihrer bisherigen Hauptforderung nach einem souveränen eigenen Staat ab und erklärte sich mit einer regionalen Autonomie einverstanden. Während die Regierung das Konzept als Durchbruch für die Wiederaufnahme der Verhandlungen bewertete (s. WA 2004, Sp. 793 f.), lehnte die Präsidentin es als taktisches Manöver der Separatisten mit dem Ziel ab, »legale Fundamente für einen zukünftigen souveränen und separaten Staat« zu legen.
Am 4.11.2003 nutzte die Präsidentin die Abwesenheit von Wickremasinghe für einen »kalten Staatsstreich«: Sie suspendierte das Parlament für zwei Wochen, setzte die Minister für Inneres, Verteidigung und Information ab, unterstellte die Ressorts ihrer eigenen Autorität und dekretierte die Ablösung der Chefs der beiden staatlichen Fernsehanstalten sowie des größten staatlichen Presseverlags. Der zunächst für zwei Wochen ausgerufene Ausnahmezustand wurde nach vier Tagen wieder aufgehoben. Ihren spektakulären Schritt begründete die Präsidentin mit ihrer Sorge um die nationale Sicherheit, die durch die Bereitschaft der Regierung zu weit reichenden Zugeständnissen an die Separatisten gefährdet sei. Nach seiner Rückkehr aus den USA, wo er von US-Präsident George Bush Rückendeckung für seinen Verhandlungskurs erhalten hatte, lehnte Premier Wickremasinghe am 7.11. die Forderung der Präsidentin nach Bildung einer »Regierung der nationalen Einheit« unter Einschluss des von Kumaratunga geführten linksnationalen Parteienbündnisses People's Alliance (PA) ab.
In einem Überraschungscoup löste Kumaratunga am 7.2.2004 das – regulär bis Ende 2007 tagende – Parlament auf und ordnete Neuwahlen zur Nationalversammlung für den 2.4.2004 an. Zuvor war ihre PA ein Bündnis mit der People's United Liberation Front (JVP) eingegangen. Die tamilenfeindliche Partei hatte als ursprünglich marxistische Rebellenorganisation vor ihrer Legalisierung 1994 mehrmals versucht, durch bewaffnete Aufstände die Regierung zu stürzen. Ihr wird auch die Ermordung des Ehemanns der Präsidentin, Vijaya Kumaratunga, im Februar 1988 angelastet.
Mit dem Wahlausgang ging Kumaratungas Taktik, die United National Party (UNP) aus der Regierung zu drängen, auf (s. Grafik): Das Ziel, ihrem neuen Parteienbündnis, der United People's Freedom Alliance (UPFA), die absolute Mehrheit der 225 Sitze zu verschaffen, verfehlte sie jedoch. Drittstärkste Gruppierung wurde das Parteienbündnis Tamil National Alliance (TNA), das die politischen Forderungen der LTTE unterstützt. Die Wahlbeteiligung lag bei 76%.
Am 6.4.2004 vereidigte die Präsidentin den bisherigen Oppositionsführer Mahinda Rajapakse als neuen Premierminister. In seinem 31-köpfigen Minderheitskabinett, das er am 10.4. vorstellte, übernahm die Präsidentin selbst die Führung der beiden Schlüsselressorts Verteidigung und Verfassungsangelegenheiten sowie das Bildungsministerium.
Seit Mitte 2008 gewann die Armee im Kampf gegen die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) eindeutig die Oberhand: Die Eroberung der Halbinsel Mannar und die im Juli gewonnene Kontrolle über mehrere Marinebasen der LTTE brachten den Waffennachschub für die Rebellen weitgehend zum Erliegen; nach der Eroberung von Pooneryn am 16.11. waren die LTTE endgültig von der Westküste abgeschnitten . Im November fielen die letzten Stellungen der Rebellen auf Jaffna - mit der Eroberung des Elefantenpasses durch die Armee am 9.1.2009 war die Kontrolle der Regierung über die Halbinsel vollständig hergestellt. Schon seit September lag der Schwerpunkt der Kämpfe im Gebiet um Kilinochchi, wo das Hauptquartier der LTTE lag. Nach erbitterten Kämpfen fiel Kilinochchi am 2.1.; die LTTE zogen sich nach Mullaitivu zurück, das sie am 25.1. ebenfalls räumen mussten. Nach Schätzungen der Armee hatten die Rebellen nach den schweren und verlustreichen Kämpfen zu diesem Zeitpunkt noch etwa 2000 Männer unter Waffen, die sich nun in den Dschungel um Mullaitivu zurückzogen.
Quelle und Copyright: Fischer Weltalmanach 2005
